Das Boot


Die Bootsklasse Mini650 ist eine gute Symbiose aus kleiner Kielyacht und jollenartigem Design. Die Boote sind dadurch gute Gleiter, auf Amwindkursen wird es allerdings ungemütlich wenn der Rumpf über die Wellen springt. Unterschieden wird zwischen Prototypen und Serienbooten.
Bei den Prototypen herrscht große Freiheit hinsichtlich verwendeter Materialien und mechanischen Lösungen, sie gelten als Experimentierfeld für Neuerungen, die man später z.B. auf den großen Volvo-Ocean-Racern wiederfindet. Der Schwenkkiel und die Seitenschwerter wurden hier entwickelt, auch dreh- und schwenkbare Masten. Der Bau eines Prototypen ist allerdings auch sehr kostenintensiv.
Die Serienboote bieten dazu die günstigere Alternative. Hier herrschen starke Beschränkungen bei Materialien und Mechanik. Es gibt unterschiedliche Hersteller mit eigenen Designs. Voraussetzung als Serienboot zugelassen zu werden, ist der Verkauf von mindestens 10 baugleichen Booten, die den Klassenvorschriften für Serienboote entsprechen. Die wichtigsten Vertreter sind TipTop, Dingo, Dingo2, Pogo, Pogo2, Mistral, Zero, Ginto und bald voraussichtlich Nacira.

Abmessungen:
  • Länge: 6,50 m
  • Breite: 3 m
  • Tiefgang: 1,60 m (Serienboote), 1,90 m (Protos)
  • Masthöhe: 10 m (Serienboote), 11 m (Protos)
  • Gennakerbaum: 2,50 m (Serienboote), 3,50 m (Protos)

Die technische Ausrüstung umfasst einen hochwertigen Autopiloten, einige übliche Messinstrumente und ein GPS ohne Seekarte (hier wird noch auf Navigation mit möglichst einfachen Mitteln gesetzt). Jedes Boot muss für die Stromversorgung über ein System zur Aufladung der Batterien verfügen. Die Alternativen sind hier Solarzellen und Brennstoffzellen. Einzig zugelassenes Kommunikationsmittel ist UKW-Funk, auf Langstreckenregatten wird ein Weltempfänger mitgeführt.
Außerdem ist einiges an Sicherheitsausrüstung vorgeschrieben, u.a. muss die Rettungsinsel innerhalb von 15 Sekunden aus ihrer Verankerung im Heck ins Wasser gebracht werden können, eine Seenotfunkboje muss an Bord sein und die Boote müssen mit Festkörperauftrieb versehen sein, sodass sie unsinkbar sind.
Es dürfen maximal sieben Segel an Bord sein, wovon eines eine Sturmfock sein muss. In der Regel hat man dann noch das Großsegel (3 Reffs), eine Genua (2 Reffs), einen Gennaker (Code Zero) und drei unterschiedlich große asymmetrische Spinnaker. Optional ist zusätzlich noch ein weiteres Sturmsegel (Try) erlaubt.

Die Pogo2 ist mit Abstand das am weitesten verbreitetste Boot und hat in den letzten Jahren immer den Sieger des Minitransat gestellt. Hier gibt es derzeit am meisten Erfahrungswerte und Möglichkeiten sich in Bezug auf technische Lösungen untereinander auszutauschen. Ich habe mich daher für eine Pogo2 entschieden. RIKKI TIKKI mit der Nummer 626 wurde 2006 gebaut und hat das Minitransat bereits zweimal mitgemacht. Dabei wurde sie jeweils vierter.